Jetzt zählt’s

Der Sohn entwickelt sich zurzeit explosionsartig, sowohl was Hunger als auch Motorik und Umweltverständnis angeht.

Er futtert jetzt wie ein Scheunendrescher, rennt kreuz und quer durch Wohnung und Matsch, erklimmt Stufen,Stühle, Tische und Sofas, kann schon erste Wörter („Mama“, „Papa“, „Kaka“ – was immer das auch sein soll), versteht schon einige Anweisungen („Bring mir mal meine Schuhe“) und führt diese bei Interesse sogar aus.

Felix Keim

Und genau in dieser Entwicklungsphase werde ich wohl so langsam von meinen lieb gewonnenen „Hobbys“ Abschied nehmen müssen, um wenigstens bis zum Kindergarten die Simulation eines möglichst gut erzogenen Kindes aufrecht zu erhalten. Es heißt also good bye für so schöne Dinge, die ich natürlich niemals machen würde und die natürlich trotzdem manchmal passieren. Als da wären:

  • Rülpsen
  • Pupsen
  • Mit offenem Mund kauen
  • Fluchen
  • Zeug rumliegen lassen

Und auch des Streiten der Elternteile untereinander sollte zumindest deutlich reduziert werden. All das unter dem Motto ein gutes Vorbild für den Sohn zu sein. Da ich ein Musterbeispiel an Selbstdisziplin, Courage und eisernem Willen, wird es mir ein Leichtes sein, diese Dinge perfekt zu vermeiden, auch wenn ich sie mir in inzwischen 40 Lebensjahren nahezu zur Perfektion antrainiert habe.

Nichts desto trotz bin ich mir unsicher, ob das überhaupt der richtige Weg ist. Ggf. überbewerte ich als naiver Eltern-Novize meinen (positiven/negativen) Einfluss auf mein Kind ganz gewaltig und ich habe viel weniger Chancen die Entwicklung zu steuern als ich vielleicht wahr haben möchte.

Deshalb, sofern welche mitlesen, die Frage an Euch, liebe Eltern und Elterinnen: Wie handhabt Ihr den Themenkomplex „Gutes Vorbild sein“?