Diese Zerbechlichkeit

Gestern, als ich Felix nach dem Haareschneiden (ja, habe ich wirklich gemacht!) kurz noch in der Badewanne gesäubert habe, ist mir wieder mit der vollen Wucht der Erkenntnis bewusst geworden, wie klein, hilflos und zerbrechlich so ein Kind doch ist. Wie es so vielen kleinen und großen Gefahren des Lebens und des Alltags ausgesetzt ist und wie unbedingt ich als Vater und meine Frau als Mutter hier schützend und lehrend dem Kind beiseite stehen müssen. Wie es sich blind darauf verlässt, dass “die Großen um ihn herum” sich schon darum kümmern, das alles gut ausgeht. Das macht mich jedes mal ganz baff und ein sehr unangenehmes Gefühl im Magen.

Und gleichzeitig sehe ich wie unbekümmert und hungrig nach Wissen, Erlebnissen und neuen Lerneindrücken unser Sohn das alles meistert. Wie er es kaum erwarten kann, morgens schon raus in den Garten, schnell auch zum Bagger, dann noch schnell eine Brezel, gleichzeitig ein Puzzle und dann Autos gucken, auf die Wiese, und noch was Essen, und …; Ihr kennt das sicher, immer in positiver Hektik und ganz viel erleben wollen. Das alles macht mir ein ganz warmes Herz und etwas feuchte Augen vor Freude. Er kennt alle die Gefahren und Zerbrechlichkeiten nicht (zum Glück), sammelt begierig alle neuen Eindrücke (positive und negative) und hat glaube ich viel Spaß am Leben. Um es mit meiner technischen Sichtweise zu sagen: Der Return-on-Invest ist bei Kindern sehr hoch, die erlebten Dinge und Situationen bringen mir täglich sehr intensive und positive Endrücke.

Ich glaube, dass es unsere Aufgabe als Eltern ist, dass wir unser(e) Kind(er) vor Gefahren beschützen und gleichzeitig zu selbstständigen, autonomen Menschen machen, was irgendwie auch bedeutet, sie eigene Erfahrungen selbst machen zu lassen, und somit sich auch Gefahren selbst aussetzen lassen mit dem Wissen, dass das Kind diese abschätzen und beherrschen kann um daraus gestärkt hervor zu gehen. Wir sollten den Kindern viele Eindrücke verschaffen, viele Erlebnisse bieten und sie selbst entscheiden lassen, was ihnen gefällt und was nicht. Das fängt im kleinen Alltag an (“was, Du willst Gurke mit Butter essen? Nach dann probier’s doch gerne einfach mal aus!”) und geht bis hin zu großen Ereignissen wie Urlaub, Reisen und der Besuch von Veranstaltungen (“Zoo”, “Tripsdrill”, …). Das ist eine tolle, spannende Aufgabe.

TL;DR:

Kinder sind hungrig nach Leben. Das ist fantastisch!

(Uwe)

Baby-Adventskalender

OK, die Überschrift war jetzt nur für SEO und so, damit ich viele Treffer habe und unser CMS weiter an die Frau/den Mann bringen kann.

Eigentlich wollte ich sagen, dass die Scheffin nicht einen, nein zwei Adventskalender gebaut hat, einen für den lieben Felix und einen für den noch lieberen Uwe:

Felix Keim vor Adventskalender

Und das bei uns einem durch-und-durch atheistischen Haushalt!

Bin gespannt, welcher Kalender für Felix und welcher für mich ist. Zur Not nehme ich gerne auch beide, sollte der Sohn kein Interesse an so was haben.

Ungeduld!

Heieiei, jeden Tag warte ich darauf, dass es endlich los geht. Die alles entscheidende, einzigartige und von immenser Bedeutung stehende Frage brennt mir auf, untern und neben den Nägeln, treibt mich um und lässt mich schlaflos im Bett liegen. Diese Frage, bei der mich Partnerin Jana jedes mal für verrückt hält, dass ich sie mir (und ihr) schon wieder stelle, und doch genau weiß, dass es keine Antwort gibt. Diese Frage, die mich das Kind vorwärts, rückwärts, seitwärts und kopfüber in allen möglichen Positionen und Haltungen durchs Leben tragen lässt, gerne auch mal über die Schulter gelegt, und im Endeffekt trotzdem keine Antwort erfahren lässt. Diese Frage also, ob deren Beantwortung ich das Kind anpuste, zum Lachen bringe, ihn anspreche, vorsinge, lache, heule, schweige, nur um ihr vielleicht doch ein Stück näher zu kommen.

Diese eine Frage also, die sich vermutlich schon Millionen Menschen vor mir gestellt haben, und die erst dann zu beantworten ist, wenn es geschehen ist:

Wann spricht mein Sohn sein erstes verständliches Wort?

Diese Frage treibt mich so was von um! Und vor allem, ob es iPhone, Papa oder Mama sein wird.

So, jetzt muss ich auch gleich wieder Schluss machen und zurück vors Kinderzimmer um zu lauschen, ob er vielleicht im Schlaf was spricht.